Freu´ Dich, wenn Du mal nach Csákánydoroszló kommen solltest, wirst Du mit ziemlicher Sicherheit einen stabilen Internetzugang benutzen können. Je nachdem bei welchem Anbieter Du bist, kannst Du an störungsfreien Webinaren aus aller Welt teilnehmen. Diese Möglichkeit ist für mich beruflich sehr wichtig.

Internetzugang in Csákánydoroszló

Günter hielt mich schon während seinem ersten Besuch in Csákánydoroszló per Whatsapp auf dem Laufenden. Neugierig verschlang ich jede seiner Nachrichten aus Ungarn und war absolut sicher, dass der Internet Zugang in Csákánydoroszló optimal funktionieren würde.
Tat er ja auch, also in gewisser Weise.

Richtig spannend wurde es aber erst, als wir hier in Ungarn einen Internetzugang für unser Ferienhaus in Csákánydoroszló beantragen wollten.
„Ihr bekommt hier doch keinen eigenen Internetzugang!“ Belehrte uns Trallu, eine Person, der wir notgedrungen vertrauen mussten. „Ich installiere Euch einen Router von mir.“ Gönnerhaft grinsend machte er sich an Günter´s PC zu schaffen.
„Hacker“, schoß es mir durch den Kopf. An meinen Laptop wäre der nicht drangekommen.

Ich konnte Trallu noch nie leiden. Der quasselt jeden ohne Punkt und Komma mit 76db Lautstärke so zu, dass es (zumindest mir) beim Versuch sein Gequassel zu verstehen, schwindlig wurde.
Trotz meiner Antipathie spielte ich das böse Spiel mit; denn Trallu spricht ungarisch und deutsch. Günter schwärmte von ihm und ich bin nun mal harmoniesüchtig.

„Oh danke, das ist ja sehr freundlich!“ Wir überschlugen uns geradezu vor Dankbarkeit für den Leih-rooter.
Unser scheinbar selbstloser Helfer entschied, mit Günter zu einem Internetanbieter in der Nähe von Csákánydoroszló zu fahren. Dort ließ er einen Vertrag aufsetzen – in ungarisch – und forderte Günter auf, zu unterschreiben.

„Hallo Schatz“, begrüßte mich Günter, als er wieder heimkam. „Stell´ Dir vor, unser Wohltäter bürgt mit seinem Namen für unseren Internetzugang, weil wir noch keine 2 Wochen in Ungarn sind. Deshalb bekommen wir noch keinen eigenen Internetanschluß.“
Aha.
„Den Mann hat uns der Himmel geschickt.“ Sagte ich, obwohl bei mir alle Alarmglocken klingelten.
Trallu spricht ungarisch, ist aber weder Ungar, noch Deutscher.

Über meinen Kopf hinweg hatte Trallu entschieden, dass der Internetanbieter ihn und nicht uns anrufen sollte, um bei uns einen Vororttermin zu vereinbaren.

Als ich das erfuhr, wurde ich ernsthaft sauer und stellte ihn zur Rede.
Herablassend keifte er mich durch´s Handy an: „Sie können doch gar kein ungarisch, also sind sie froh, dass ich ihnen zur Seite stehe! Alleine und neu in Ungarn seid ihr doch bloß willkommene Beute für Abzocker!“

Autsch! Was fiel diesem Trallu ein, sich so aufzuführen und Ungarn zu beschimpfen? Bei mir hatte er mit seinen arroganten Worten die restliche Sympathie verloren.

Freundlich aber bestimmt erklärte ich ihm, dass ich sehr wohl in der Lage bin in ungarisch und englisch selbst einen Termin für unsere Angelegenheiten zu vereinbaren.

Da zeigte der Trallu sein wahres Gesicht und brüllte wie ein Berserker in sein Handy: „SO MACHEN WIR DAS HIER! Und Sie bezahlen ab jetzt für meine Dienstleistung! Jawoll! Ich berechne ihnen 30,00 Euro pro Stunde! HICKS! Und sie bezahlen mich auf das Konto meiner Frau, im Ausland! RÜLPS! Wenn Sie eine Rechnung wollen, kommt die ungarische MwSt. oben drauf! Dann bezahlt ihr noch mehr!“

Der ist anscheinend sturzbetrunken, dachte ich bei mir und erwiderte so gelassen, wie es mir möglich war: „Da ist eine Rückkopplung im Telefon, ich beende das Gespräch.“ Mit diesen Worten tippte ich den roten Button und der Schreihals war weg.

Weg war allerdings auch die Aussicht auf unseren eigenen Internetzugang in Csákánydoroszló.
Weil der Trallu seinen Namen mit in den Vertrag gesetzt hatte, konnte er den Vertrag stornieren.
Günter war sauer, mir brummte der Schädel und unser deutscher Provider lachte sich ins Fäustchen.

Mißmutig surfte ich im Internet auf Auswanderer Seiten. Zufällig landete ich bei Anja´s Angebot. Anja hat sich darauf spezialisiert, Ungarn-Frischlingen bei den ersten Schritten zur Seite zu stehen.
Anja´s Dienstleistung ist unbezahlbar. Das Honorar absolut fair. Ihre Rechnung enthält ihre Steuernummer, die ungarische MwSt. und alle Daten, die jede seriöse Firma zu machen hat.

„Wir brauchen einen Internetanschluss in Csákánydoroszló, können Sie uns bitte dabei behilflich sein?“
„Sehr gerne. Sagen Sie mir einfach zu welchem Anbieter sie wollen und geben Sie mir ihre Daten. Kalkulieren Sie ca. 5 Arbeitstage, dann sollte der unterschriftsreife Vertrag per Mail bei ihnen sein.“

Anja´s Worte klangen wie Musik in meinen Ohren. Endlich ging etwas voran, ohne dass dieser Trallu sich einmischte.

Schon am folgenden Tag bekamen wir den Vertrag zur Prüfung und Unterschrift. Für Mitte Januar sollte dann kurz vorher ein Termin zur Installation vereinbart werden.

Jippi!“ Obwohl der Trallu uns belogen und den Vertrag storniert hat, würden wir schon bald unseren eigenen Internetzugang haben. Ohne Bürgen. Auf unseren eigenen Namen!

Zu früh gefreut.
Zwei superfreundliche Monteure fuhren bereits in der ersten Januarwoche auf unser Grundstück. Den ganzen Nachmittag suchten sie vergebens nach einem Signal ihres Senders. Beide sprachen neben ungarisch auch englisch und ein wenig deutsch. Sie erklärten und entschuldigten sich, dass sie uns leider keinen Internetzugang einrichten können.

Glück im Unglück:
„Wir haben von einem Mitbewerber das Signal empfangen. Vielleicht gehen sie zu ihm. Ich maile ihnen seine Daten.“ Der Techniker hielt Wort und schickte mir die Kontaktdaten seiner Konkurrenz noch am gleichen Tag.

Neuer Auftrag für Anja
Unsere liebe Dolmetscherin tröstete mich per Whatsapp und versprach, sich gleich am Montag mit dem anderen Provider in Verbindung zu setzen.

„Na Schatzi,“ fragte ich Günter. „Gehen Dir auch zwei bis drei Kronleuchter auf?“
„Meinst Du, dann würden wir doch noch ein Signal sehen?“ Feixte er breit.
Nach Scherzen war mir nicht zumute. Deshalb sprach ich Günter direkt auf den Trallu an.
Der kann bleiben, wo der Pfeffer wächst! Wie konnte ich nur so blauäugig sein und auf dem sein Gesülze hereinfallen! Der soll sich unterstehen und noch eine Rechnung schicken – der hatte keinen Auftrag und wußte ganz genau, dass die Techniker hier kein Signal empfangen würden.“

„So sehe ich das auch. Nur gut, dass unser Steuerberater so penibel aufpasst und dem Finanzamt in Deutschland das Missverständnis wegen der Auslandsüberweisung erklärt hat.“
„Ja, das ist gut. War auch für´s Finanzamt plausibel. Denn wie sollte ein Deutscher, der in Ungarn ist, eine dort ausgeführte Dienstleistung an das Konto einer dritten Person in einem anderen Land bezahlen? Ohne Rechnung und für eine ordentliche Rechnung dann die ungarische MwSt. bezahlen? Zumal die angebliche Dienstleistung nie vereinbart oder gar ausgeführt wurde.“

OUH! Auf eine Lektion Steuerrecht hatte ich überhaupt keine Lust und lockte Günter in Richtung Garderobe: „Komm´, lass uns nach Körmend fahren und etwas ungarisches essen gehen, ja?“

Fazit:

  • Wenn mein Bauchgefühl NEIN sagt, sollte ich darauf hören. Auch wenn mein Göttergatte ja sagt. Das war im Mai 2018 bei Botogräne der Fall und hat sich mit Trallu wiederholt.
  • Wir mußten diesmal Lehrgeld zahlen, weil wir unseren kommunikativen Fähigkeiten misstraut und diesem Trallu vertraut haben. Dabei könnte der „the next star“ bei YX werden.
  • Internetzugang in Csákánydoroszló – das bekommen wir hin. Anja, unsere seriöse, liebe Dolmetscherin, unterstützt uns dabei.

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